Hans Leipelt

Am 18.07.1921 wurde Hans (Konrad) Leipelt geboren.

Er gehörte dem nicht so bekannten Hamburger Zweig der Weißen Rose an. Hans Leipelt musste trotz hoher Auszeichnungen die Wehrmacht verlassen, er galt nach den Rassegesetzen der Nazis als „Halbjude“.

Studieren konnte er nur noch in München beim Nobelpreisträger Heinrich Otto Wieland, der so populär war, dass er Studenten bei sich aufnehmen konnte, die überall sonst ausgeschlossen waren.

In München kam Leipelt mit den Widerstandkämpfern der Weißen Rose in Kontakt. Sein Widerstand begann nach der Hinrichtung der Geschwister Scholl und anderer Mitglieder der Weißen Rose. Zusammen mit seiner Verlobten, Marie-Louise Jahn, kopierte er das 6.Flugblatt der Weißen Rose und versah es mit der Überschrift: „Und ihr Geist lebt trotzdem weiter“.

Das Paar verbreitete das Flugblatt. Zum Verhängnis wurde ihnen eine Geldsammelaktion für die Witwe des ebenfalls ermordeten Professors Kurt Huber, bei der sie denunziert wurden. Hans Leipelt wurde zum Tode verurteilt und am 29.Januar 1945 hingerichtet. Viele seiner Freunde starben in Gestapo-Haft oder in Konzentrationslagern. Marie-Louise Jahn bekam 12 Jahre Zuchthaus und kam nach nicht ganz 2 Jahren Haft 1945 frei. 

 

Nach dem Krieg widmete sich Marie-Louise Schulze-Jahn (wie sie jetzt hieß) ganz der Erinnerungsarbeit.

1988 gab sie ihre internistische Praxis in Bad Tölz auf und trat nun immer häufiger in Schulen und zu Vorträgen auf, um an den Widerstand der Weißen Rose zu erinnern.

Auch der Evangelischen Jugend München war sie sehr verbunden und ein häufiger Gast bei Jahresempfängen, Diskussionen und Zeitzeugeninterviews.

Ihr letztes Interview gab sie auf der Bühne der EJM beim Stadtjubiläum im Juli 2008.

Sie starb 2010 mit 92 Jahren. Ihr und engagierten Jugendlichen ist es zu verdanken, dass die EJM Mitte der 1990er Jahre ihr Jugendübernachtungshaus in Grafrath in „Hans-Leipelt-Haus“ umbenannte.

Eine Erinnerungstafel im Gebäude erinnert seitdem an Hans-Leipelt und Marie-Louise Jahn und die anderen Mitglieder der Weißen Rose. Die Tafel wurde in diesem Jahr neugestaltet und soll demnächst enthüllt werden.

 

Die Erinnerungsarbeit ist ein fester Bestandteil und Arbeitsbereich der Evangelischen Jugend München.